Aktien schlagen festverzinzliche Wertpapiere deutlich

Altersvorsorge mit Aktien zu betreiben, sei in Deutschland nach wie vor zu wenig verbreitet, meint Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Dabei entbehrten die Vorbehalte, die viele Menschen immer noch gegen Aktien hegten, jeglicher Grundlage, findet der Rentenexperte – und untermauert seine Einschätzung mit aktuellen Berechnungen.

Aktienrisiken seien bei langen Haltezeiten beherrschbar, findet DIA-Sprecher Klaus Morgenstern und verweist dazu auf ein einfaches Rechenbeispiel des Deutschen Aktieninstituts (DAI): Ein Anleger investiert 30 Jahre Monat für Monat 50 Euro in die 30 Aktien des Deutschen Aktienindex Dax – einen solchen Sparplan hat das DAI für den Zeitraum seit 1967 berechnet. Dabei wurden nach eigenen Angaben insgesamt 240 verschiedene Sparpläne betrachtet.

„In 30 Jahren wurde damit jeweils ein Anlagebetrag von 18.000 Euro verteilt über die gesamte Laufzeit investiert“, erklärt Morgenstern. Dieses Sparkapital erhöhte sich im Durchschnitt aller 240 Verträge auf rund 96.000 Euro (siehe Grafik). „Das ergibt eine Rendite von 9,6 Prozent“, schlussfolgert der DIA-Sprecher.

Selbst im schlechtesten Fall noch 6,2 Prozent Rendite

Gleichwohl räumt der Altersvorsorge-Experte ein, dass sich Skeptiker „in der Regel nicht“ von Durchschnittswerten überzeugen ließen. „Sie fürchten sich davor, gerade jene 30-Jahre-Periode zu erwischen, in der es ausgesprochen schlecht läuft.“

Trotzdem zeige die Vergangenheit, so Morgenstern, dass selbst in „äußerst ungünstigen Situationen“ bei solchen langfristigen Sparvorgängen unter dem Strich „ein respektables Ergebnis“ übrig bleibe. „Die schlechteste Phase, das war der Zeitraum von Februar 1979 bis Februar 2009, lieferte immer noch ein Endvermögen von rund 51.000 Euro“, berichtet der DIA-Mann. „Dieses Ergebnis entspricht einer Rendite von 6,2 Prozent auf die ratierlich angelegten Einzelbeträge.“

Dabei fuhren jene Sparer in der Zeit von Januar 1970 bis Januar 2000 am besten. 211.000 Euro standen demnach am Ende auf dem Konto. Rendite: Satte 13,6 Prozent pro Jahr.

Der anfangs ungewisse Ausgang von langfristigen Sparverträgen mit Aktien laute also nicht: Verlust oder Gewinn. In allen Fällen habe der Sparer deutlich im positiven Bereich gelegen. „Die lange Zeitdauer ist bei der Aktienanlage der entscheidende Faktor“, so Morgenstern. „Daher passt sie auch so gut in die Altersvorsorge, weil diese sich immer über mehrere Jahrzehnte erstreckt.“

Darüber hinaus gelte, so der DIA-Sprecher, dass Anleihen nur sehr selten „die Nase vorn“ hätten – und verweist dazu auf einen weiteren Ergebnisvergleich des DAI zwischen Aktiensparpläne und Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren.

Festverzinsliche Wertpapiere in nur 5 von 240 Berechnungen vor Aktienanlage

Nur in fünf der 240 Berechnungen für die historische 30-jährige Sparphase lag demzufolge eine Anlage in festverzinslichen Wertpapieren vor einer Aktienanlage. „Derzeit sieht die Lage für Anleihen ohnehin trostlos aus“, merkt Morgenstern an. „Die Zinsen befinden sich seit mehreren Jahren im Keller.“

Daher habe das DAI auch noch eine fiktive Vergleichsrechnung mit zwei Prozent Verzinsung angestellt. „Zwei Prozent sind angesichts der gegenwärtigen Zinssituation schon eine optimistische Annahme. Bei einer solchen Verzinsung stünde nach 30 Jahren ein Kapital von nicht ganz 25.000 Euro für die anschließende Altersversorgung zur Verfügung.“

Zur Erinnerung: Das Sparkapital bei allen 240 Sparverträgen, die in Aktien investierten, erhöhte sich im Durchschnitt auf rund 96.000 Euro.
Quelle: pfefferminia.de (17.02.2017) Grafik: DIA
 
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